Chronik der Groß-Gerauer Rettungsschwimmer

Den ersten Kontakt hatten die Groß-Gerauer mit der DLRG schon 1937 bei der Einweihungsveranstaltung. Neben den Hessischen Schwimmmeisterschaften die zu dieser Veranstaltung stattfanden, zeigten auch die Rettungsschwimmer aus Darmstadt ihre Fähigkeiten. Dies begeisterte einige Jugendliche in Groß-Gerau so sehr, dass sie Kontakte herstellten und im August 1937 im ersten Kurs zu Rettungsschwimmern ausgebildet wurden. Übrigens dieser erste Kurs fand auch schon Mittwochs statt. Bei diesem Kurs nahm auch unser heutiger Ehrenvorsitzender Hermann Zarges teil. Diese Rettungsschwimmer wurde sodann Mitglied im damaligen Bezirk Starkenburg. Leider sind alle Unterlagen über die DLRG-Arbeit im Bezirk Starkenburg in einer Bombennacht im August 1944 in Darmstadt verbrannt.

Nach dem 2. Weltkrieg taten sich die Heimgekehrten bald wieder zusammen, so dass sich im Bezirk Starkenburg, wie im gesamten deutschen Lande es sich wieder regte in Sachen DLRG.

Da war dann ein Gerd Mrutzeck, ein DLRGler aus Sachsen, der nach dem Krieg in Groß-Gerau ansässig wurde. Da war dann eine Anne Metsch, die Bademeisterin der Kriegsjahre im Gerauer Schwimmbad. Beide begannen dann mit einigen von Anne Metsch zu Rettungsschwimmern ausgebildeten jüngeren Leuten 1949 mit der DLRG-Arbeit in Groß-Gerau. Vorher war dies noch nicht möglich, da das Schwimmbad von der amerikanischen Besatzungsmacht erstmals im Sommer 1949 uneingeschränkt der deutschen Bevölkerung zur Verfügung stand.

Am 17. März 1951 fand dann im „Café Menne“ in Groß-Gerau die Gründungsversammlung der Ortsgruppe Groß-Gerau der DLRG statt.
Die 27 anwesenden Gründungsmitglieder wählten Anne Metsch einstimmig zu ihrer „ersten“ Vorsitzenden, Stellvertreter wurde Gerd Mrutzeck, zum technischen Leiter Heinz Schaar gewählt. Lehrscheininhaber Heinz Schaar hatte bereits 1950 im Gerauer Schwimmbad Rettungslehrgänge abgehalten. „Erster“ Kassierer der jungen Ortsgruppe wurde Ernst Jäger. Das Gründungsprotokoll endet: „Kamerad Schaar dankte den Versammelten, dass sie sich bereiterklärten mitzuhelfen, der DLRG in Groß-Gerau den Platz zu geben, der ihr gebührt“.

Vorstandswahl 1952
1. VorsitzenderGerd Mrutzeck
2. Vorsitzende Anne Metsch
Technischer LeiterHeinz Schaar
KassiererErnst Schaffner
Schriftführer Wilhelm Roth
BeisitzerOtto Schaller
Berthold Schönweitz

Beginn eines regelmäßigen Wachdienstes an der Hohenau. Die erste Mannschaft bestand aus 30 Rettungsschwimmern.

1953
Ausbildungslehrgänge in Groß-Gerau (Heinz Schaar), in Mörfelden (Walter Meyer, Bernhard Mahler) und in Geinsheim (Berthold Schönweitz, Otto Schaller).
Erstellung des ersten Wachturms auf der Hohenau.
Das im Schwimmbad Groß-Gerau zum Rettungsboot umgebaute ehemalige Wehrmachtsboot wird zur Hohenau gebracht.
Teilnahme bei einer Großübung der Hilfsorganisationen in Biebesheim.

1954
Erster Spatenstich für die Unterkunft auf der Hohenau.
Bootstaufe des neuen Rettungsbootes „Hohenau“.
Landrat Seipp erteilt den Rettungsschwimmern den Auftrag den Campingbetrieb auf der Rheinaue zu ordnen und zu organisieren.

1955
Richtfest auf der Hohenau.

1956
Gerd Mrutzeck wird Vorsitzender der neuen Kreisgruppe Groß-Gerau, Hermann Zarges Vorsitzender der Ortsgruppe.

1959
Internationale Rettungswettkämpfe (Europameisterschaften) in Wiesbaden. Dieter Götze ist Mitglied der Nationalmannschaft und Heinz Schaar Mannschaftsführer der BRD.

1961
Teilnahme am 1. Europafest der Kreisstadt mit Festwagen. Seither regelmäßige Teilnahme an allen Europafestveranstaltungen mit den verschiedensten Motivwagen und Wettkämpfen in den Bädern.

1963
Vertritt Siegmund Hoffmann die Ortsgruppe in der BRD-Mannschaft bei den Internationalen Wettkämpfen und belegte in der Gesamtwertung den 8. Platz.

1967
Die DLRG Ortsgruppe Groß-Gerau übernimmt die Rettungswache am Niederwaldsee.

1968
Der Magistrat der Kreisstadt übergibt der DLRG Ortsgruppe Groß-Gerau offiziell die Rettungsstation am Niederwaldsee.

1970
Die Rettungsstation auf der Hohenau brennt ab, die Brandursache wurde nie geklärt.

1974
Groß-Gerau bekommt ein Hallenbad, an der Einweihungsfeier nehmen wir natürlich selbstverständlich teil.

1979
Zeitweise Schließung des Niederwaldsees wegen Salmonellengefahr.
Teilnahme am Rosensonntagszug in Büttelborn.

1980
1. Salmonellenparty der DLRG Jugend mit der Überreichung eines „Salmonellenhammers“ an den damaligen Bürgermeister.
Endgültige Schließung des Niederwaldsees als Badesee.

1984
Große Aktion am See und innerhalb der Kreisstadt mit dem Aufruf „Rettet den Niederwaldsee“.
Bei der Salmonellenparty in diesem Jahr war es so kühl das Glühwein ausgeschenkt wurde.

1985
Durchführung einer Rettungsübung mit dem DRK am und im Niederwaldsee.

1986
Entnahme von Schlammproben aus dem See mit der Entscheidung beider Gemeinden auf den Niederwaldsee/Hegbachsee als Badesee endgültig zu verzichten.

1988
Im Rahmen der Salmonellenparty wurde eine Rettungsaustellung organisiert, an der sich auch die Bundeswehr mit einem Rettungsfahrzeug beteiligte.

1989
Durchführung eines Weiterbildungsseminares für Trainer der Ortsgruppe. Beteiligung am Festumzug und am Fest zum 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr Groß-Gerau.

1990
Präsentation der DLRG Arbeit im Rahmen einer Ausstellung in der Schalterhalle der Kreissparkasse.

1991
Festveranstaltung in der Jahnturnhalle zum 40-jährigen Bestehen der Ortsgruppe.

1992
Umbenennung unserer traditionellen Salmonellenparty in Seefest.

1993
Rettungsvorführung im Hallenbad in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz.

1994
Beteiligung am Hessentag in Groß-Gerau mit einem Stand auf dem Straßenfest der Vereine, wie auch am Festumzug.

1996
Gründung einer eigenen Vereinszeitung, der „Nessie“.

1997
Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft Kulturtreibender Vereine, wie auch beim Spargelfest der AKV im Schloss Dornberg teilgenommen.

1998
600 Jahre Marktrechte der Stadt Groß-Gerau. Im Rahmen dieser Festveranstaltungen fand auch eine große Techno Party am Hegbachsee statt. Wir übernahmen bei dieser „Sea of Love“ Veranstaltung in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen den Rettungsdienst.
Sebastian Schaus nimmt an den Deutschen Meisterschaften in Sindelfingen teil und belegt den 3. Platz in seiner Altersklasse.

2001
Im Februar Neuwahlen des Vorstandes: neuer 1. Vorsitzender wurde Kurt Schulmeyer.
Am 30.03.2001 haben wurde mit drei Personen an einer Vorführung / Übung mit dem Christoph 77 am Badesee in Leeheim teilgenommen. Es wurde die Aufnahme von Verunglückten aus dem Wasser in den Hubschrauber geübt.
Am 08.06.2001 fand der Festakt zur 50 Jahr Feier im historischen Rathaus statt. Neben der Ehrung der langjährigen Mitgliederstand auch die Verleihung einiger Verdienstabzeichen im Vordergrund. Die Gäste dieser Veranstaltung waren vom Ambiente und der Aufmachung begeistert.
Anfang Juli nahm die Ortsgruppe das erste Mal an der Absicherung der Großveranstaltung „Rhein im Feuerzauber“ in Rüdesheim teil.
Das Treffen der ehemaligen Rettungsschwimmer der Hohenau ist im September ins Leben gerufen worden. Getroffen haben sich die Ehemaligen auf dem Hofgut Kreuzer auf der Hohenau. Die Ehemaligen reisten z.T. vom Schwarzwald an.
2 Personen bestehen im September die Prüfung zum Ausbilder / Prüfer Erste Hilfe.
7 Personen nehmen im November an dem Ausbildungslehrgang „DLRG im Kinder-garten“ in Bad Nenndorf teil.
Anschaffung der ersten drei Funkmeldeempfänger für die im Katastrophenschutz verpflichteten.
Verfassung des ersten Mitgliederrundschreibens, das im November alle Mitglieder über das aktuelle Geschehen im Verein informiert.

2002
Im Januar kaufen wir unser Motorboot: eine 13er Dory mit 25 PS Außenbordmotor. Es wird im September bei dem Treffen der ehemaligen Rettungsschwimmer auf der Hohenau auf den Namen „Anne Metsch“ getauft. Die Kinder der Namensgeberin waren an der Veranstaltung beteiligt. Unter ANwesenheit der befreundeten Ortsgruppen Biblis und Rhein-Main führte unser Ehrenmitglied Herman Zarges mit den Enkeln den Taufakt von Anne Metsch durch.
Im März haben wir uns ersten Umwelttag der Stadt Groß-Gerau beteiligt. Eine Wiederholung fand im Oktober statt. Gereinigt wurde das Gebiet am Hegbachsee (Groß-Gerauer Seite) und rund um unser Vereinsheim von achtlos weggeworfenem Müll und Unrat.
Am 2 Juni 2002 haben wir an der zentralen Wachdiensteröffnung in Mainz-Kastel teilgenommen. Bei der Fahrzeugausstellung wurde unser Boot ausgestellt. In Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe Rhein-Main lag der Betrieb zweier Essenstände in unseren Händen.
Nur wenige Wochen später zwingt die aktuelle Wetterlage die DLRG zu einem Großeinsatz: Die Elbe führt Hochwasser. Eine Abordnung des Wasserrettungszuges Groß-Gerau wird zur Unterstützung angefordert. Mit dabei ist auch ein Helfer der OG Groß-Gerau. Der Rest der Verpflichteten bleibt zuhause, um die Sicherheit der „Heimatfront“ zu gewährleisten: Es finden mehrere Großveranstaltungen statt: Frankfurt-Triathlon, FFH-Party im Hafen Gernsheim und der normale Wachdienst.
Im Sommer 2002 mussten wir unseren VW-Bus durch einen anderen gebrauchten Bus ersetzen, da dieser mit Motorschaden liegen geblieben war.

2003
Das Hallenbad Groß-Gerau muss wegen dringender Reparaturarbeiten geschlossen werden. Ein Teil der Decke war über Nacht eingestürzt.
Für die Kinder und Jugendlichen, die normalerweise an unserem Training teilnehmen, haben wir ein Ersatzprogramm durchgeführt. Mit Spielen, Ausbildungen und Bastelveranstaltungen haben wir versucht, die Gemeinschaft zu erhalten. Während der Sommerferien trainierten wir im Freibad. Der Schwimmkurs konnte im Schwimmbecken des Hotels Adler weitergeführt werden.
Im Frühjahr fand eine Übung des Wasserrettungszuges Bergstraße statt. Die Absicherung der Übung wurde durch die Boote aus Groß-Gerau und Gernsheim übernommen.
Im Mai haben wir zum ersten Mal an der Absicherung des Gutenberg-Marathons teilgenommen.

2004
Im Januar wird das Hallenbad nach 9 Monaten endlich wieder eröffnet. Der Zuspruch ist überraschend groß. Ab sofort findet während des Trainings kein öffentlicher Badebetrieb mehr statt. Parallel mit uns trainieren die beiden Vereine SKV Mörfelden und der TV Groß-Gerau.
Wir haben im Juli das erste Sommerfest im kleinen Rahmen durchgeführt. Eingeladen waren alle Vereinsmitglieder, Freunde und Bekannte.
Im September wurde ein Vereinsausflug an den Edersee unternommen. Dabei haben wird den Wildpark mit einer Greifvogelshow, eine Schiffstour auf dem Edersee und eine Planwagenfahrt durchgeführt.
Ende des Jahres kauften wir einen gebrauchten Mitsubishi L200, der zum Gerätewagen Wasserrettung ausgebaut werden soll.

2005
Beim Festumzug der Europatage haben wir mit dem Bootsgespann und einer Fußgruppe aus Kindern, Jugendlichen und Aktiven teilgenommen.
Indienststellung unseres L200: Beim Bühnenprogramm des Marktplatzfestes wird der offizielle Akt durch unseren Bezirksleiter Hubert Carl, die Vizepräsidenten des LV Hessen Roland Fahl und den 1. Vorsitzenden Kurt Schulmeyer vorgenommen.
Gemeinsam mit dem AVM Rüsselsheim haben wir zum ersten Mal das Projekt Rettung durchgeführt. Dabei werden junge Arbeitslose im Rettungsschwimmen und Erster Hilfe ausgebildet, um sie für die Arbeit in den Frei- und Hallenbädern sowie an den Badeseen des Kreises Groß-Gerau zu qualifizieren.
Das Treffen der ehemaligen Rettungsschwimmern der Hohenau wurde zum ersten Mal gemeinsam mit den ehemaligen Rettungsschwimmern des Niederwaldsees an unserem Vereinsheim durchgeführt. Grund war zum einen der Wunsch der "Hohenauleute" mehr vom aktuellen Vereinsleben zu erfahren. Der andere Grund war das sich in diesem Jahr die Sperrung des Badesees zum 25. Mal jährte.

2006
3 Personen haben an einem RUND-Lehrgang (Realistische Unfall- und Notfallfall-darstellung) teilgenommen und die Grundlagen im Schminken von Verletzungen erlernt.
Im Mai haben wir mit einem Infostand an der Gewerbeshow in Groß-Gerau teilgenommen. Dabei wurde ein Film über die Aufgaben der DLRG und der neuen Gerätewagen Wasserrettung, den der Bezirk vom Landesverband erhalten hat, vorgeführt.
Zwischen Mai und September haben wir mit dem Jugendwasserrettungsdienst eine Neuerung eingeführt. Alle Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren waren zu der Veranstaltungsreihe eingeladen, bei der sie in die DLRG-Arbeit außerhalb des Schwimmbades einführt werden sollten. Nebenbei kam aber auch der Spaß nicht zu kurz.
Im Juni haben wir auf Einladung der Elektrofirma Kappert in Rüsselsheim eine Info-veranstaltung im Café Eckpunkt durchgeführt. Dabei wurden zwei Vorträge gehalten: einen über die DLRG als Verein und einen mit dem Thema „Faszination Wasser – Gefahren am Wasser nicht nur für Kinder“.
Im September hat eine Person die Prüfung zum Ausbilder / Prüfer Sanitätswesen bestanden.